Donnerstag, 20. August 2009

ja sen pois...

Vielen habe ich den neuen Blog für Mittwoch versprochen... naja, jetzt kommt er mit einem Tag Verspätung. Es ist sehr sehr viel passiert in der letzten Zeit.
Ich hatte ja schon manchen von euch erzählt, dass es dauernd Probleme mit meiner Gastmutter gab. Das fing alles Anfang Juli an... was genau der Auslöser war weiß ich bis heute nicht. Die Mutter hatte Urlaub und war mit den Kindern und mir zu Hause. Sie wollte Hausarbeit machen (Fenster putzen) und ich sollte auf die Kinder aufpassen. Ich ging mit den Kindern auf den Spielplatz aber dann fing es an zu regnen und wir mussten zurück und damit fing das Problem an, denn der kleine Mikke hat wahnsinnige "Verlassensängste". Wenn seine Mama in der Nähe ist, will er ihr quasi nurnoch am Rockzipfel kleben und ist quäkig und brüllt wenn ich mit ihm spielen will oder die Mutter den Raum wechselt. Das macht es für mich nicht gerade leicht. Milka war zu der Zeit auch nicht einfacher: Sie wollte nicht mit mir spielen, alles was ich von ihr hörte waren Sachen wie "Geh weg! NEIN!! Lass das! Ich will nicht mit dir spielen!" (Das war zum Glück nur sone Phase). Ich habe natürlich die ganze Zeit versucht, die Kinder zu beschäftigen... habe Mikke noch zu knapp 1 Stunde spielen begeistern können. Aber er ist 1,5 Jahre alt... sieht seine Mutter werktags vielleicht 4 Stunden/Tag und wenn sie dann mal da ist, wird er auch wieder weggezerrt... das ist ja auch verdammt schwer!
Nach 5 Stunden wirklich anstrengender Arbeit und viel brüllen habe ich gefragt ob ich mal kurz mit dem Auto nach Klaukkala durfte (nur dort kann man was einkaufen). Sie sagte ja und somit fuhr ich. Als ich zurück kam, war sie wie ausgewechselt... total schlecht Laune, man hat sich garnicht mehr getraut sie überhaupt noch anzusprechen. Trotzdem hat sie mich abends noch zur Bushaltestelle gefahren damit ich ein paar Freunde in Helsinki treffen konnte. Meine Stimmung war an dem Abend natürlich auch nicht besonders. Um 23 Uhr holte mich Lasse wieder ab. Die Bushaltestelle ist übrigends 8 km weit weg... es zieht sich richtig, und warm war es zu dem Zeitpunkt auch nicht. Man kann natürlich mit dem Rad fahren aber in der Dunkelheit durch Wald und Wiesen... das mach ich überhaupt nicht gerne! Die Stimmung war bei Ankunft die gleiche wie bei Abfahrt.
Am nächsten morgen (es war Wochenende also hatte ich frei!) fragte ich, ob mich nochmal jemand zur Bushaltestelle fahren könnte weil ich mich mit einem anderen dt. Au Pair treffen wollte, was ich noch nicht kannte! Naja, und da platzte es aus Mallu raus. Mir fällt nicht mehr alles ein aber es kamen so Sachen wie "Ich bin unzufrieden mit dir, Ich bin unzufrieden mit deiner Arbeit, durch dich habe ich noch mehr Arbeit, ich kann nicht mehr, ich bin kaputt.. blablabla!" Mit diesen Augen war mit Treffen in Helsinki schonmal gerettet. Die weiß wie man einem den Tag versauen kann. Schon allein die Aussage: Durch dich habe ich noch mehr Arbeit bringt mich heute noch auf die Palme. Ich habe jeden Tag zwischen 5 und 7 Stunden gearbeitet, einen Tag sogar mal 9,5 Stunden als der Kleine krank war. Ich habe morgens mit den Kindern geholfen, Windeln gewechselt, Frühstück gemacht und sie angezogen (manchmal auch alleine), ich habe die Kinder zur Tagespflege gebracht, habe manchmal eingekauft, habe die Wäsche gewaschen/aufgehängt/zusammengelegt, gebügelt, gesaugt, gewischt, die große Unordnung die sie jeden morgen zurückgelassen haben beseitigt,Abgewaschen, Spülmaschine ein- und ausgeräumt, Kühlschrank/Gefrierschrank geputzt, einfach nur die Küche geputzt, Betten gemacht, Betten abgezogen/neu bezogen, Beeren geplückt, Gardinen aufgehängt, die Kinder um 3 abgeholt und mit ihnen gespielt bis die Mutter wiederkam so gegen 5 uhr. Dann habe ich meist noch mit dem Abendessen geholfen, Tisch gedeckt, abgeräumt usw.!!
Dies ganze habe ich schon so oft erzählt, meist den anderen Au Pairs. Ich habe mir angehört wie es bei ihnen ist, was sie machen müssen, wie es bei ihnen geregelt ist usw.!
Ich war in dieser Zeit so sauer auf diese Frau, dass ich echt nach neuen Familien gesucht habe. Bei einer Familie habe ich mich zu dieser Zeit sogar persönlich vorgestellt. Es war die Gastfamilie von einer AuPair-Freundin, die Ende August leider wieder nach Deutschland geht.
Zwischendurch gab sich die schlechte Stimmung in meiner Gastfamily aber wieder und so legte ich die Geschichte mit einer neuen Gastfamilie wieder auf Eis.
Der nächste Zwischenfall kam circa 2 wochen später, als ich allein aus Savonlinna zurückkam. Die Gastfamilie hatte mir das Auto hier gelassen, damit ich ein bisschen mobil bleibe. Mallu sagte auch mal, dass ich das Auto ruhig nehmen könnte. Ich fuhr damit zum Bahnhof, damit ich mit dem Zug bis nach Helsinki City fahren konnte.
Ein paar Tage später kam Mallu wieder stinkig auf mich zu und fragte mich, was ich mit dem Auto gemacht hätte, denn es leuchtet immer die Airbagwarnleuchte. Ich sagte, dass ich normal mit dem Auto gefahren bin und dass es nichts besonderes gab, denn bei mir leuchtete nichts. Sie fragte mich in einem unmöglichen Ton, wo ich denn mit dem Auto hingefahren sei und ich sagte ihr, dass ich zweimal beim Bahnhof war. Dann kam nur ein "Doch so weit..." sie drehte auf der Stelle um und zog wutentbrannt ab... Ich hatte nichtmal die Chance irgendwas zu sagen, aber im Endeffekt wäre es eh egal gewesen. Es folgten wieder weitere Krisensitzungen mit meiner Mutter über Skype, mit Nicole bei icq oder mit Patrick und Josi hier in Helsinki.
Nach dieser Aktion war die Stimmung immer angespannt. Alle sagten mir, ich solle doch da endlich ausziehen aber ich hatte bis dahin nicht den Mumm dazu. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie wieder sauer auf mich war, weil ich zwei Maschinen Wäsche gewaschen hatte. Ich konnte ihr zwar sagen, dass ich kaum noch was zum anziehen hatte, aber das war ihr ja egal! Als ich dann frische Handtücher überall an die Haken hing und sie sie kurze Zeit wieder abnahm und knuddelig in den Schrank schmiss war bei mir vorbei. Noch eine Krisensitzung und ich ging zu ihr und kündigte! Ich hatte 2 Wochen Kündigungsfrist, trotzdem sagte Mallu ganz trocken "Kannst ruhig morgen schon gehen!" Sie sagte mir nochmal, was ich alles nicht gemacht habe, was ich falsch gemacht habe. Und was ich auch heftig fand war, dass sie meinte, dass sie manche Sachen einfach nicht als Arbeit ansieht, wie zum Beispiel Wäsche waschen, wenn sie es nicht für nötig hält! Warscheinlich hat sie immernur 1 Stunde meiner Arbeit als Arbeit angesehen... who cares...
Die 2 Wochen waren anfangs etwas schwierig für mich, aber letztendlich hat sich Mallu nochmal kräftig zusammengerissen. Mit den Kindern hatte ich allerdings dann nicht mehr viel am Hut. Sie wurden zur Tagespflege gebracht und abgeholt. Abends kamen die beiden aber noch oft zu mir und haben mit mir quatsch gemacht. Und ich denke, der Grund warum ich nicht sofort gekündigt habe, waren die Kinder. Sie waren zum Schluss total umgänglich. Milka wollte immer mit mir spielen, hat mehr und mehr auf deutsch verstanden und selbst Mikke fing an mich manchmal einfach zu umarmen und zu knuddeln.

Gestern morgen bin ich ausgezogen. Im Moment wohne ich in Helsinki City *yippi* bei einem Freund, also dem Patrick, den ich hier kennengelernt hatte. Er hat ja auch die ganze Krise mitbekommen und mir schon immer gesagt, ich soll da jetz endlich raus. Für 10 Tage wohne ich jetzt hier und am 29. August geht es in eine neue Gastfamilie. Dort habe ich mich vor 1 Woche persönlich vorgestellt. Sie wohnen in Veikkola. Das ist ungefähr genausoweit von Helsinki entfernt wie Lepsämä, aber der große Unterschied ist, dass ich dort ein eigenes Auto habe.
In der Familie sind zwei Mädchen, 1,5 Jahre und 6 Jahre. Sie sollen mit deutsch aufwachsen. Die Ältere geht in die deutsche Vorschule in Helsinki und versteht schon sehr viel. Die Mutter spricht gut deutsch und der Vater versteht ein bisschen, spricht sonst aber nur englisch und finnisch. Ich bin ihr 7tes Au Pair, also wird es in der Hinsicht keine Überraschungen mehr geben!

Letztendlich denke ich, dass diese Mallu viel zu sehr mit sich und mit ihrer Arbeit beschäftigt war. Sie sah nicht, was ich dort eigentlich gemacht habe. Hoffentlich sieht sie es jetzt die nächsten Wochen. Ein Au Pair war in dieser Familie auch völlig fehl am Platze... viel mehr hätten sie eine Putzfrau oder Haushaltshilfe gebraucht. Das zeigt auch, dass sie erstmal kein neues Au Pair möchten! Sie hatten ganz andere Erwartungen.. und zwar solche, die ihnen kein Au Pair hätte erfüllen können.

Also, mir geht es gut und ich freue mich, dass ich nochmal neu anfangen kann. I am still alive ;)



Sonntag, 26. Juli 2009

Lahdessa ja Kuopiossa

Jetzt bin ich endlich wieder richtig angekommen - zurück aus meinem kleinen aber feinen Urlaub.
Alles begann am Samstag, als ich mit einem Backpackerrucksack, den mir Patrick geliehen hat, im Zug Richtung Lahti saß. Lahti ist die erste Station der Finlandia Veikkaus Tour der finnischen Skispringer, liegt circa 100 km nördlich von Helsinki und das Ticket kostet genau 13,80 €!! ;-)
In Lahti sollte ich auf Katrin Richly treffen. Sie hatte vorher so eine Art "Vorstellungsgespräch" in Orimattila ganz in der Nähe von Lahti. Sie war es auch, die uns eine Unterkunft besorgt hat. Sie fand bei couchsurfing.com ein kleine Couch für uns beide. Couchsurfing ist eine Internetplattform, bei der Menschen ihre Couch an Reisende "vermieten", nur halt ohne Geld dafür zu bekommen. Dafür erhält man neue Kontakte und lernt andere Kulturen kennen. Ja... unser Couchsurfer hat seine Couch vermietet, ohne dass er zu Hause war. Er war selbst irgendwo in Finnland auf einem Rockfestival. Katrin bekam den Wohnungsschlüssel über eine Freundin. Meine Aufgabe war es eigentlich, die Wohnung eigenhändig mit schwerem Rucksack alleine zu finden. Katrin war schon da und gab mir eine kurze wegbeschreibung: "Die Straße rechts vom Bahnhof entlang, den Berg runter und dann wieder rechts"! Ok... war ja klar, dass ich mich maßlos verlaufe... Über Handy hat sie mich dann wieder eingesammelt und wir sind zusammen zu der Wohnung, die mitten in Lahti liegt, gegangen. Es ist eigentlich nur ein Zimmer mit kleiner Kochniesche und kleinem Badezimmer. Aber die Couch war da... und sie war pink.. im Fenster hangen Unterhosen zum trocknen und allgemein sah das Zimmer eher nach einer Frauenwohnung aus! Katrin sagte, er sehe mehr so nach Rocker aus!
Kurze Zeit später kam noch eine Bekannte von Katrin dazu. Tammy Heidenhofer, die in Kuopio gerade Praktikum macht, aber eigentlich aus Österreich kommt. Wir gingen zusammen zu den Schanzen, guckten das Training, machten viele Bilder und schlenderten nach 3 Stunden wieder zurück. Abends sind wir beim Italiener essen gegangen. Das war echt toll dort... bis auf, dass wir 15 Minuten warten mussten, bis wir eine Bestellung aufgeben konnten. Aber sie hatten dort eine riesige Auswahl, es war nicht teurer als in Deutschland und es war super lecker... achja, und die Bedienung konnte sogar deutsch ;-)
Die Nacht in dem pinken Bett war sehr gut... wenn ich das rückblickend im Vergleich zu Kuopio sehe... außerdem musste ich nicht, wie Tammy, auf dem Boden schlafen.
Neuer Morgen, neues Glück: Erste Station Sprungschanze. Das Wetter war, wie zuvor wieder sehr schön: Sonne, circa 25 °C und ein kleines Windchen. Wir setzten uns an die gleiche Stelle wie den Tag zuvor. Außer uns dreien waren noch 5 andere Fans da, und ungefähr 50 Badegäste ;-) Wir schauten wieder vergnügt das Springen, machten viele Fotos und ich wurde immer wagemutiger: Ich fragte Janne Happonen, ob er ein Foto mit uns zusammen macht *haha* und er hat ja gesagt! Die Fotos sind zum schießen geworden :-D Naja, und wenn man einmal anfängt, kann man nicht mehr aufhören und so fragte ich auch noch Harri Olli und hatte dabei immer so eine Geschichte mit meiner Mutter im hintergrund *kein Kommentar*. Ich fragte Harri Olli... zurück kam nur ein *hrrrrm*, was ich als Ja deutete und schon stand ich neben ihm. Danach stratzte er aber sofort weiter... keine Chance für die anderen beiden. Gewonnen hat übrigends Janne Happonen! *jippi*
An dem Tag ging es auch gleich weiter nach Kuopio, zur nächsten Couchsurferin. Wir hatten Glück: Sie war zuvor in Helsinki und auf dem Weg nach Kuopio fuhr sie sowieso an Lahti vorbei und nahm uns in ihrem kleinen Opel Corsa mit. Sie hatte außerdem ihren Hund Nelli dabei. Der hat so lange Haare dass man denken könnte, er hat keine Augen :-) Die ganze Fahrt über (3,5 Stunden) stolperte er im Auto zwischen den Sitzen hin und her. Unsere Couchsurferin wohnt in einem kleinen Teil von Kuopio: Rypysuo. Das ist nicht weit von den Sprungschanzen entfernt, dafür läuft man circa 45 Minuten bis zur Innenstadt. Die Wohnung bestand aus Bad, Küche, Wohnzimmer und 2 Schlafzimmer. Wir wohnten im Schlafzimmer ihrer Mitbewohnerin, die seit April nicht mehr zu Hause war (?! keine Ahnung warum). Das Bett war das unbequemste was ich bis jetz erlebt habe... man wachte schon um 4 Uhr vor lauter Rückenschmerzen auf.
Die Zeit bis zu den Springen vertrieben wir uns mit rumhängen, Fotos angucken, mails schreiben und mit Nelli Gassi gehen. Das Training der Skispringer in Kuopio war nicht anders, als das in Lahti: Es waren kaum berühmte Springer vor Ort.
Am nächsten Morgen gingen Katrin und ich erstmal allein an die Schanzen. Dort sprangen die Kleinen... geschätzte 8 bis 16 Jahre waren die Springer. Wir setzten uns neben eine andere Zuschauerin und unterhielten uns lautstark über irgendwelchen Mist und merkten erst später, dass die Zuschauerin als auch die Springer Österreicher waren... tjaja... Lästern im Ausland ist mit Vorsicht zu genießen! Weiter ging es nach Kuopio in die Stadt, wo wir Tammy im Rathaus bei ihrer Arbeit besuchten und uns dann ein bisschen umsahen. Marktplatz, Rathaus, Kauppahalli, Hafen und Kirche müssen für den ersten Besuch reichen. Am späten Nachmittag ging es zu den Schanzen zurück. Das Springen zog sich bis um 21 Uhr hin, da es eine längere Pause wegen Windes gab. Es gewann übrigends Harri Olli!
In letzter Sekunde erreichten wir nach dem Springen noch den Bus, der uns zurück in die Stadt karren sollte. Wir gingen etwas trinken und bewunderten unsere Fotos und kurz nach 11 Uhr ging dann der letzte Bus nach Rypysuo. An der Bushaltestelle sprach uns noch so eine voll ausgeflippte an: Die hatte die Unterarme voller Narben vom Ritzen, trug aufgerissene schwarze Strumpfhosen, hatte schwarz umrandete Augen, das Gesicht voller Piercings und große gelbe Neonfäden in den Haaren drin. Aber sie war sehr nett und unterhielt sich die ganze Fahrt über mit uns.
Am nächsten Tag ging es nach Hause: 5 Stunden mit dem Zug nach Helsinki. Dort wurde ich von Patrick und einer von seinen Freundinnen aus Deutschland abgeholt. Ich packte schnell meine Sachen um und dann fuhr ich zurück nach Lepsämä um mich auszuruhen und in einem bequemen Bett schlafen zu können!






















































1 - Katrin, Tammy und ich in Lahti
2 - An der Schanze in Kuopio
3 - Gassigehen mit Nelli

Freitag, 17. Juli 2009

Lomani

Ich sitze hier gerade in der Runeberginkatu in Helsinki bei Patrick und genieße meine ersten Ferien hier in Finnland. Ab heute bis nächsten Mittwoch habe ich nämlich Uralub genommen... habe ich auch mal nötig!! Patrick habe ich durch die anderen Au Pairs kennengelernt, er arbeitet hier in Helsinki und repariert die Straßenbahnen... Bis eben war noch Rebekka hier, ein Au Pair aus Island, aber da sie morgen leider wieder nach Hause fliegt, muss sie noch die Koffer packen. Leider ist im Moment so die Zeit der Abreise, da Anneli (das deutsche Au Pair) auch am Donnerstag nach Hause fliegen musste... es war so schwer für sie... sie wollte unbedingt hier bleiben und irgendwie kann ich sie verstehen! Es ist echt total toll hier in Helsinki. 1 Woche lang mietete sie sich bei Patrick ein, um nicht im deutschen Altenheim unterkommen zu müssen ;)

Mit der family war ich ja in Lohilahti bei der Oma. Es war ganz gut aber auch relativ stressig, weil man immer irgendwie auf der Hut ist: wann werde ich verlangt, wann muss ich was machen... ich empfinde das als Stress pur. Es ist leichter für mich, wenn ich von vornherein weiß von wann bis wann ich was machen muss. Aber leider klappen solche Absprachen in der Family nicht.
Einen Tag traf ich mich mit Ilona in Savonlinna. Ilona ist Mallus Patenkind und ich lernte sie bereits 1 Woche vorher kennen. Sie ist 19 Jahre alt und hat gerade ihr Abitur gemacht. Ab August wird sie dann auch in Helsinki wohnen um eine Ausbildung zur Kosmetikerin zu machen. Ilona zeigte mir ein bisschen was von Savonlinna (wo sie wohnt) und wir gingen in eine kleine Bar. Savonlinna ist ein schönes kleines Städtchen... überall wo man hinschaut nur Wasser. Aber im Winter soll dort mehr als tote Hose sein ;) Weiter ging es zu ihr nach Hause; sie wohnt noch bei den Eltern. Eine echte kleine Villa. Ein großes Haus, super schön eingerichtet - alles in weiß gehalten - und mit einem Garten, der gleich an den See anschließt. Die Yacht und der kleine Strand durften natürlich auch nicht fehlen... also an Geld scheint es dort nicht zu mangeln. Später kamen Lasse, Kapu, Mallu und die Kinder auch noch dazu und wir fuhren zu dem Mökki (Ferienhaus) der Familie. Und das übertraf gleich nochmal deren "normales" Haus. Es liegt 30 Minuten fahrt von Savonlinna entfernt. Davon muss man 5 Minuten nochmal durch teifsten Wald und Gestrüpp fahren bis man ankommt. Es liegt auf Felsklippen über dem Saimaasee. Von außen sieht es sehr unscheinbar aus, aber wenn man drinnen steht könnte man denken, man befinde sich in L.A., aber sicher nicht in Finnland. Dort gibt es echt alles: von eingebautem Sternenhimmel, über Flachbildschirm, Glaskamin, Aussicht auf den gesamten See mit seinen Inseln, Sauna mit riesieger Glaswand (damit man auch beim Schwitzen auf den See schauen kann), die Sauna hat natürlich auch einen eingebauten Sternenhimmel. Dort haben sie natürlich auch einen Steg und ein Schnellboot zum Angeln. Für dieses Boot hatten sie aber auch einen Reifen, wo man sich drauflegen kann und der dann gezogen wird. Das kannte ich eigentlich auch nur so aus Spanien/Mallorca und diesen Urlaubsregionen, aber absolut nicht von Finnland. Erst hatte ich etwas Angst, aber das verflog ganz schnell als wir mich voller Geschwindigkeit um 21 Uhr über den See gezogen wurden. Dabei vergisst man auch gleich die Kälte des Wassers. Vom Reifen konnte man einen schönen Sonnenuntergang genießen. Runtergefallen von dem Reifen ist nur Ilona, aber trotzdem hatte ich hinterher abgeschüfte Ellenbogen und Knie und schön Muskelkater in den Handgelenksbeugern vom Festkrallen ;) Das werde ich bestimmt nochmal irgendwann machen!!!
Am Freitag bin ich dann mit dem Bus von Savonlinna über Mikkeli zurück nach Helsinki gefahren... ganze 5 Stunden Busfahrt lagen vor mir... ich vertrieb mir die Zeit im Bus mit kleinen youtube- Filmchen. Danke an das Wunder der Technik!!!
Am Wochenende hatte ich somit sturmfrei. Ich verbrachte die Zeit hier in Helsinki mit Anneli (zum letzten male), Patrick, Rebekka, Laurence und anderen Bekannten aus Helsinki. Es war sehr schön und ich bin froh, endlich richtig hier angekommen zu sein und Freunde gefunden zu haben.
Aber ich freue mich natürlich immer über ein bisschen Heimat. Auf den Busfahrten von Klaukkala nach Helsinki suche ich immer nach deutschen Autos. Am meisten freute ich mich gestern, als ich irgendwo in der Pampa ein Auto aus Osterode sah...! Genauso gerne gehe ich immerwieder zu Lidl um mir Bratvursti und andere Sachen zu gönnen... das wäre mir in Deutschland nie in den Sinn gekommen... sowas weiß man erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat! Mal son paar Beispiele von dem was man in Finnland nicht bzw. nur bei Lidl bekommt: Bratwurst, Kirschen im Glas, Orangen- Mandarinen, Pudding zum anrühren, Tortenguß (Es ist unheimlich schwierig hier Kuchen zu backen), Mais in der Dose.... naja, mir fällt bestimmt bald noch mehr auf. Aber dafür haben sie ein riesiges Angebot an Eis, ungefähr 3 mal mehr als wir in Deutschland!!!

Morgen fahre ich mit dem Zug nach Lahti, treffe dort Katrin aus Deutschland und wir werden uns Skispringen angucken, dort ein bisschen feiern und dann geht es weiter nach Kuopio mit dem gleichen Ziel. So wird mein erster Urlaub hier in Finnland aussehen!!!








































































1 = Das machten die Mücken mit mir - alles eine einzige Beule
2 = Party People in Helsinki: Patrick, Anneli, Allan
3 = Das Boot und der Reifen in Savonlinna
4 = Mein dt. Drink

Sonntag, 5. Juli 2009

Loma

Da ich heute frei habe und dazu auch noch sturmfrei nutze ich die Zeit um mal wieder etwas zu schreiben. Vor allem weil ich in letzter Zeit sehr Blog- Faul war.
Das liegt vor allem auch daran, weil hier seit Anfang Juli die "Kindergärten" zu haben und die Kinder den ganzen Tag zu Hause sind. Ich bin aber nicht mit den Kinder alleine. Die Eltern haben sich ihren Urlaub auch so aufgeteilt, dass die ersten zwei Wochen Mallu mit hier ist und die restlichen zwei Wochen Lasse. Das hat allerdings auch zur Folge, dass man den ganzen Tag aufeinander hängt und sich gegenseitig auf die Nerven geht und da auch mal so ein paar Spannungen entstehen, die jetz aber hoffentlich wieder beseitigt sind.
Viel spektakuläres gibt es eigentlich nicht zu erzählen.
Die letzte Woche waren wir mit den Kindern im Zoo in Helsinki. Tiere habe ich zwar mehr erwartet, aber dafür war die Lage des Zoos einfach wunderschön, und zwar auf einer Insel gelegen. Von der einen Seite schaute man auf einen alten Hafen, von der anderen Seite sah man in der Ferne den Dom und die russisch- orthodoxe Kirche und die Schärenlandschaft. Ja... was habe ich für Tiere gesehen? Einen Tiger, Leopardenbabys, Affen, Büffel, Schlangen, irgendwelche giftgen Ameisen mit einem domensionalem finnischen Namen (siehe Foto unten), Schildkröten, Frösche, Krokodile! Leider war kein Elch da... aber vielleicht sehe ich noch einen in freier Wildbahn.
Dann waren wir in Linnanmäki. Das ist quasi Heidepark Soltau in Helsinki, aber ungefähr nur 1/3 davon! Viele tolle Attraktionen hat man da auch nicht. Aber ich hatte mir vorher gedacht, dass man das nicht mit dem Heidepark vergleichen kann. Naja, dort gibt es ein Riesenrad, ne Geisterbahn, eine Wildwasserbahn, sowas ähnliches wie Freefall und sehr viele Spielbuden. Also für die paar Sachen wären mir 35 euro eigentlich zu Schade, aber man bekommt immerhin zwei Spiele an einer Bude umsonst, und dazu entweder Popcorn oder Zuckerwatte und ein Getränk! Das fand ich sehr gut! Nach langem Zögern habe ich mich dann ins "Raketti" gesetzt. Sieht aus wie der Free fall, ist aber nur 50 m hoch und man wird hochgeschossen und fällt dann runter. Aber schlimm war das nicht... Milka hat übrigends alle Attraktionen mitgemacht, in die sie schon reindurfte und am liebsten wäre sie auch ins Raketti gegangen :-D Erinnert mich an Katrin!
In den Park ansich kommt man umsonst rein. Nur wenn man in die Geschäfte rein will muss man vorher ein Band kaufen, wo ein Scanncode drauf ist und der wird vor jedem Eingang eingescannt. Je nach Größe der Personen gibt es verschiedene Preisklassen, also unter 1 m, bis 120 cm und über 120 cm!
Vorgestern war ich wieder mit Anneli (Au Pair aus D) in Helsinki. Dort haben wir noch andere Au Pairs getroffen: eine Deutsche, eine Kanadierin, eine Isländerin! Ansonsten war noch ein Deutscher dabei, der in Helsinki arbeitet ("Ich schraube an Straßenbahnen rum"). Später kam noch sein Arbeitskollege, der auch aus Deutschland kommt, dazu. War ne ganz gute Truppe, nur leider musste ich wieder früh nach Hause, da der letzte Bus um 23:20 fährt. Der ist dass 23:50 da und ich muss ja noch abgeholt werden. 8km im Halbdunkeln zu laufen sind nicht so mein ding.
Einen Tag später habe ich mich dann mit einem anderen deutschen Au Pair in Helsinki getroffen, die ich bis dahin nicht kannte. Sie heißt Catharina, ist seit August 2008 hier und bleibt noch bis Juni 2010!!! Schon heftig... aber sie meinte es hat so lange gedauert, bis die Kinder sie akzeptiert haben und bis sie ein bisschen finnisch versteht und das möchte sie nicht so einfach liegen lassen!
Ansonsten ist sie eine ganz nette und sie kann einen richtig aufheitern! Wir setzten uns auf die Esplanade auf die Rasenflächen, redeten und später zogen wir durch die Geschäfte und entdeckten allmögliches Zeug, was wir am liebsten gekauft hätten!
Naja, morgen geht es wieder nach Lohilahti zur Großmutter und von da aus weiter nach Joensuu zum Bruder von Lasse, der die Tage zum zweiten Mal Vater wird! Am Freitag komme ich dann mit dem Zug oder Bus alleine wieder zurück und die anderen bleiben noch bis Sonntag Mittag dort!







































































1 = Gesellschaft in Helsinki (Rebekka aus Island, me, Patrik, Anneli, Josi)
2 = Die bösen Ameisen: Damit ihr den Unterschied zwischen Finnisch und Schwedisch begreift ;)
3 = Badne am See
4 = Aussicht aus dem Riesenrad. Ganz klein erkennt man den Dom und die Silja-Line

Freitag, 19. Juni 2009

Se on Juhannus

So, nur schnell noch ein bisschen was neues:
Heute ist Juhannus, also quasi Midsommar auf finnisch. Hier wird es zwar trotzdem nicht richtig hell bleiben, aber gefeiert wird trotzdem nicht weniger. Ich feiere ganz ruhig mit der Familie, da das Wetter so schlecht ist, dass wir das Treffen mit 9 anderen Au Pairs am Strand von Espoo gecancelled haben... schade schade!
Am 17. Juni war ich mit Anneli (einem anderen deutschen Au Pair) auf einem Konzert von Sunrise Avenue in Helsinki. Es war echt gut und leider musste ich um 1:47 uhr wieder mit dem letzten Zug nach Hause... deshalb also nur ein Foto mit mir und einem Bandmitglied: Osmo Ikonen = Keyboarder.
Außerdem habe ich bei youtube jetzt einen neuen Nutzernamen unter dem ich Videos aus Finnland online stelle. Es sind natürlich keine Videos, die die Kinder zeigen sondern nur mich und Leute, die man ruhig mal ins Internet stellen kann.
Die Links: www.youtube.com Mein Nutzername: annikainfinnland2009
Solltet ihr das nicht finden, dann einfach dem Link folgen und auf den Benutzernamen klicken, dann seht ihr auch alle meinen anderen Videos: http://www.youtube.com/watch?v=-DBuUZEheik&feature=channel_page






















































1 = Sunrise Avenue in Action
2 = 2 andere Mädels unserer Truppe
3 = Das berühmte Bild mit Osmo Ikonen... ich werde noch zum Groupie

Mittwoch, 17. Juni 2009

Hauska syntymäpäivä...

So eins nach dem anderen... in der letzten Zeit ist viel passiert und man wird hier ja eher faul und muss sich schon fast wieder zu einem neuen Blog zwingen!
Letzte Woche Freitag hatte ich den letzten Tag in meinem Finnisch-Sommerkurs. Also 3 Wochen, 9 Unterrichtstage bzw. knapp 22 Stunden "häää?" "mitä???" "En ymmärä" vorbei (was?/ Verstehe ich nicht). Der Kurs fand 3 mal in der Woche Vormittags statt. Es wurde mit keinem Buch gearbeitet und Hauptbestandteil des Unterrichts war LEIDER nicht die Kommunikation, so wie ich es aus dem Schwedischunterricht kenne, sondern fast nur GRAMMATIK. Gibt ja auch genug davon im Finnischen. Was ganz interessant war, war wo die anderen Teilnehmer alle herkommen. Am ersten Tag war ich erstmal etwas enttäuscht weil die Teilnehmer alle mindestens 10 Jahre älter waren als ich, doch in der zweiten Stunde bekamen wir noch Zuwachs von 3 Teilnehmern, die alle in meinem Alter waren. Die Teilnehmer kamen außer mir aus: USA, Ungarn, Afghanistan, Irak, Türkei, Nepal, Kuba, Phillipinen, Vietnam. Der Unterricht fand zum größten Teil auf finnisch und mit Händen und Füßen statt. Selten erklärte so einem Einzelnen etwas auf englisch. Gelernt habe ich trotzdem was. Im August geht der Fortsetzungskurs los und bis dahin muss ich versuchen, erstmal den Stoff des ersten Teils zu verstehen.

Am Wochenende war ich dann in Lahti. Mallu hatte ein großes Orienteering- Treffen in Mikkeli und da lag Lahti auf dem Weg. Sie setzte mich dort ab. Als erstes musste ich ein Buch bei einem Antiquariat abholen dass ich beim finnischen "ebay" gekauft hatte. Die Straße war leicht zu finden, allerdings war die Hausnummer ein Supermarkt. Gegenüber war ein Antiquariat, also bin ich da rein und habe ihnen versucht zu erklären was ich wollte. Die eine Frau konnte garkein englisch, die andere nur sehr sehr wenig. Also war es an der Zeit mal meine Finnischkenntnisse zu präsenieren. Es waren zwar keine ganzen Sätze sondern immer nur einzelne Wörter, die mir gerade eingefallen sind, aber sie haben mich verstanden :-) Nach 20 Minuten Erklärung von mir, suchen von den Frauen und telefonieren mit dem Chef stellte sich heraus dass ich im falschen Antiquariat war. Und das obwohl ich vorher gesagt hab, dass ich das mit Hausnummer 9 suche... irgendwie haben die das überhört. OK, nächster Versuch... wieder die Straße zurück bis zum Bahnhof und von neuem anfangen. Vorbei an einem Sexshop am anderen, bis zu dem Supermarkt... immernoch nichts entdeckt. Über dem Supermarkt waren noch mehrere Wohnungen und am Klingelschild stand der Name des Besitzers. Dann hab ich geklingelt, ein junger Mann öffnete mir und erklärte, dass es die nächste Tür neben den Supermarkt sei. Annika wieder runter.... und gefunden. Hätte ich mal meine Brille aufgehabt, denn es stand groß dran. Zu meiner Entschuldigung stand darunter aber noch sowas wie "Musik- und DVD- Shop" und ich habe nur drauaf geachtet. Dort sprach man englisch und es war eine Sache von 2 Minuten bis ich mein Buch hatte. Dazu kaufte ich gleich noch eine finnische DVD.
Somit hatte ich schonmal 1 Stunde in Lahti verplempert. Die Toritsinformation hatte schon zu und wenn man sich in Lahti nicht auskennt, was soll man machen? Richtung Horizont blicken und die Schanzen suchen. War keine schwere Sache... sich in Lahti zu verlaufen ist eine Kunst. Ich ging, wieder in glühender Hitze Richtung Sportstadion, dort betrachtete ich die Schanzen und das im Auslauf befindliche Freibad und wünschte mir einen Badeanzug herbei. Ich entschied mich, das Skimuseum zu besuchen. Dort konnte man, so ähnlich wie bei einer Wii, Skispringen und Abfahrtslauf an einem großen Bildschirm nachspielen und mit verschiedenen Waffen wie beim Biathlon schießen. Als ich wieder rauskam, meine ich noch Kalle Keituri gesehen zu haben (Finnischer Skispringer, der seit 1 Jahr in deutschland wohnt aber in Lahti trainiert) und dann ging ich Richtung Schanzenturm. Auf den großen Turm konnte man bequem mit dem Fahrstuhl fahren, auf den kleineren Schanzen wurde gerade trainiert. Ich genoß 30 Minuten den Ausblick auf Lahti und den See, wo gerade eine Speedbootmeisterschaft stattfand. Unten schlich ich noch ein bisschen um die kleinen Schanzen rum und beobachtete die Springer und dann ging ich zurück in die Stadt. Die Geschäfte hatten mittlerweile alle zu außer die Lebensmittelladen. Ich setzte mich auf eine Bank, las und meinte noch Ville Larinto an mir vorbeigehen zu sehen haben (Finnischer Skispringer, kein Plan wo der Trainiert). Abgemacht mit Mallu war, dass wenn sie mir eine SMS schreibt noch 1,5 stunden bis dahin braucht. Wir hatten so mit 20 uhr gerechnet und es war bereits 21:30 als ich mich in eine Bar aufmachte. Dort war draußen Livemusik und ich kaufte mir ein Bacardi Mixgetränk für satte 5 Euro!!!! Um 22 uhr kam die SMS und dann kam der Himmel runter. Es begann heftigst zu gewittern und zu regnen. Alle quetschten sich unter die Sonnenschirme. Das war ja was für mich!!! Um 23:30 stand ich dann am Bahnhof und wurde abgeholt.

Ja, und gestern hatte ich ja Geburtstag. Der Tag fing damit an, dass ich mich mal wieder wunderte dass Mikke noch nicht um 5:30 wach war. Ich dachte erst, alle hätten sich klamm heimlich aus dem Staub gemacht um mich netterweise ausschlafen zu lassen, aber so war dem nicht. Wir tranken Oragensaft aus Sektgläsern und es wurde Happy birthday gesungen. Die 1,5 Stunden mit den Kindern waren dann wieder etwas chaotisch, aber eigtl. nur wegen Milka. Die hat wohl gerade ihre Trotzphase und will garnichts - nicht essen, nicht anziehen, das nicht, dies nicht, jenes nicht. Mallu brachte die Kinder zum Päiväkoti und ich hatte für den Tag kein Auto.
Aber ich hatte ein Fahrrad mit viel zu niedrigem Sattel. Mit dem fuhr ich über Berge und Täler ins 8 km entfernte Klaukkala um ein Päckchen abzuholen. Das war dann auch noch eine Überraschung, weil ich mit einem anderen Absender gerechnet hätte.
Auf diesem Weg nochmal Danke an alle, die mir was geschickt haben, die Päckchen, die Karten, die Briefe... und natürlich auch über Internet und SMS!!
So habe ich den Tag gut rumbekommen. Um 16 uhr kam Mallu nach Hause und ich sollte die Kinder abholen. Wir spielten noch etwas draußen und als wir reinkamen, roch es schon gut nach Kuchen. Ich erwartete eigentlich, dass wir nach dem Abendessen noch etwas Kuchen aßen, aber es gab nur Abendessen und kein Kuchen. Milka und ich schauten mal wieder Barbie und die 12 tanzenden Prinzessinen an. Auf einmal rief Mallu: Annika, hier kommt noch Besuch!" Im ersten Moment dachte ich nur: OK, dann muss ich die Kinder ins bett bringen und beschäftigen. Aber nein, der Besuch war für mich... sogenannte Überraschungsparty. Es kamen Milkas beste Freundin mit Mutter, eine 17-jährige Verwandte, die gerade aus Amerika wiedergekommen ist mit ihren Eltern. Und dann gab es ganz viel Kuchen und es wurde für mich nochmal auf Wunsch auf finnisch gesungen. Ich unterhielt mich sehr lange mit der 17jährigen Jenni. Ein sehr nettes Mädel und wir werden bestimmt nochmal etwas zusammen machen!

So, das wars erstmal. Heute gehts ab nach Helsinki zum Konzert von Sunrise Avenue zusammen mit einem anderen deutschen Au Pair und anderen Bekannten von ihr. Gleichzeitig spielen ACDC im Olympiastadion... dann werde ich bestimmt mal son paar Rocker sehen ;)
Achja, und ich freue mich immer gerne über Kommentare, sei es hier, über facebook oder studivz oder auch mail!!! Würde ja gerne mal wissen, wer das regelmäßig liest!














































































1 = Mein Geburtstagskuchen
2 = Donald im Skimuseum
3 = Der Blick eines Springers
4 = Blick von unten auf die Schanze

Dienstag, 2. Juni 2009

En ymmärtä?!?!?!?

Auf vielfachen Wunsch wieder ein neuer Blog... abends um viertel nach Zehn!!

Also. am Wochenende fuhren wir zu den Großeltern, Vater und Mutter von Mallu. Die wohnen 80 km südlich von Savonlinna. Mallu und Lasse waren zu einer Abiturfeier in Savonlinna eingeladen. Ich glaube Mallus Patenkind hat eingeladen. Das war dann auch der eigentliche Anlass, warum wir überhaupt dahin gefahren sind.
Die fahrt dahin war schon abenteuerlich. Wir fuhren mit Lasses Audi. Ich weiß nicht, ob ich schonma erwähnt habe, dass man die Beifahrertür nicht öffnen kann. Lasse fuhr, ich war Beifahrer weil ich am besten über die Sitze klettern kann und Mallu saß hinten, eingequetscht zwischen den Kindern. Das Auto war bis oben hin mit Gepäck vollgeladen. Ich musste sogar etwas mit nach vorne nehmen, und im Fußbereich der Kinder stand auch einiges. Die Fahrt dauerte fast 4,5 Stunden, mit Pause. Mikke schlief zum Glück sehr viel... aber einige Male hat er auch richtig geschrien und wenn Milka dann auch noch irgendwas will versuchen die sich Gegenseitig zu übertönen... nen startender Düsenjet is nix dagegen!
Vorbei fuhren wir an Lahti, Imatra und Lapeenranta... aber außer einer krüppeligen Sprungschanze, Wald, Seen, Blitzern und russischen Autos habe ich nicht sehr viel gesehen. Von Imatra sind es noch 5 km nach Russland.
Abends um 22:30 kamen wir dann an bei den Großeltern. Es war noch so hell, dass man einiges sehen konnte und ich genoß schon dort das Panorama. Das Haus liegt eingebettet im Pinienwald direkt an einem See, ein kleiner Teil des Saimaa-Sees. Einer der größten Seen in Finnland. Ich saß auf dem Sofa der Großeltern und starrte die ganze Zeit auf den See. Das merkte Lasse und meinte: Hier braucht man keine Bilder aufhängen... das Fenster zeigt einem das schönste Bild. Und so war es auch.
Das Haus wurde 1975 gebaut und ist so ein typisches Holzhäuschen... aber man hat das Gefühl, dass die Wände innen aus Pappe sind. Nebendran ist noch eine Garage mit so einer Art kleiner Unterkunft für Gäste. Das sind nochmal zwei Zimmer. Und diese Unterkunft ist sogar noch schöner als das Haus an sich.
Am Samstag wurde ich wie immer schon gegen 5 uhr geweckt... ging dann um 6 Uhr Frühstücken und es gab Piroggen, Pulla und Joghurt... Die Eltern mussten um 13 Uhr nach Savonlinna aufbrechen und deswegen gab es schon sehr früh Mittagessen. Die Zeit dahin vertrieb ich mir mit den Kindern und fuhr mit Milka auf dem Ruderboot über den See und brachte Milka ein paar Wörter bei: Land in Sicht, Wasser, Boot, Fisch usw.! Außerdem sagte Lasse, dass Markt in Lohilahti sei und dass man dort Landestypische Sachen kaufen kann. Ich erwartete eigentlich auch einen normalen Markt. Aber da gab es einen Stand wo man Kaffee und Tee und Kuchen essen konnte und zwei Hütten mit Schrott zu verkaufen... da war nix Landestypisches. Den gleichen Schrott gibt es hier auch. Voll die Lachnummer der Markt! Um 15 Uhr gab es schon wieder essen: finnische Pfannkuchen und um halb sechs dann schon wieder abendbrot!! Omas müssen einen eben immer mästen!! Deswegen hatte ich auch nach den Pfannkuchen das Bedürfnis etwas Fahrrad zu fahren. Der Opa stellte mir das alte Fahrrad ein, was bestimmt älter war als er ;-) Die Bremsen funktionierten kaum noch... das war ein Problem bei den steilen Hügeln die es dort gab und deswegen entschied ich mich das Fahrrad doch lieber bergab zu schieben... mit Schotter, Sand und Bremsen die nicht gehen habe ich schon schmerzhafte Erfahrungen gehabt. Gefahren bin ich eigentlich nicht sooo viel, da die Berge so steil waren, dass ich da kaum hoch kam. Außerdem waren es ungefähr 29°C an dem Tag und schön auf dem brennenden Schotterweg wo kein Schatten is macht es auch nicht so viel Spaß. Zeitweise habe ich mir die Menschen dahingewünscht, die sonst immer sagen, in Finnland isses doch voll kalt!!!
Abends hatte ich die Aufgabe Mikke ins Bett zu bringen und mir kam schon das Grauen, weil ich das Theater hier zu Hause jeden Abend höre... Normalerweise soll er um 8 im Bett sein, aber meist wird es so 9 uhr, weil er die ganze Zeit schreit und das JEDEN Tag. Wir badeten ihn in der Sauna, ich zog ihn an, gab ihm Milch und setzte mich mit ihm in den Schaukelstuhl. Kurz bevor er ausgetrunken hatte legte ich ihn ins Bett und er war sofort weg. Nach 5 Minuten hatte er sich dann auch so gedreht, dass ich ihm die Flasche aus dem Mund ziehen konnte. Und alles ohne geschreie :-))))
Später ging ich noch in die Sauna und von da aus gleich in den See. Ich blieb ca. 30 Sekunden im Wasser... ich weiß nicht wie kalt es war... aber geschätzte 13°C!
Am nächsten Tag guckte ich morgens mit Milka Sindbad auf deutsch. Sie musste sich nämlich Videokassetten mitnehmen, das die Großeltern noch keinen DVD Player haben. Dann fuhr ich nochmal mit dem Boot und Milka umher und später gingen Mallu, Mikke, Milka und ich zu einem großen Bauernhof in der Nachbarschaft. Der gehört Mallus Onkel und wird vom Cousin bewirtschaftet. Dort aßen wir Eis, guckten uns die Kaninchen an, streichelten Katze und spielten mit dem ausgeflippten Hund. Die waren auch alle sehr nett dort und konnten englisch ;-) Es war serh schön, aber wieder sehr heiß... das Thermometer zeigte 30°C in der Sonne an.
Es war ein sehr schönes Wochenende und ich freue mich, wieder dorthin zu fahren!

1 = der verrückte Hund
2 = Blick vom Haus auf den See
3 = Selbstschuss im Ruderboot